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Category: Patagonia 2008 written on: 23.03.2008 - 15:05
foto-stretch with 4 images..

da ist er nun, unser kulturschock. gerade waren wir noch mit dickem pulli und langen hosen in patagonien, jetzt finden wir uns im tropischen brasilien wieder, mit roeckli und t-shirt. das kommt davon, wenn einem das reisen zu einfach gemacht wird - wir fuehlten uns ein bisschen wie im falschen film.
grund unseres zwischenstops waren die (mir noch nicht lange bekannten) iguazu-faelle im dreilaendereck von brasilien, argentinien und paraguay, eine ansammlung von wasserfaellen mitten im dschungel. eigentlich war es nur ein foto von freunden, welches mich so sehr beeindruckte, dass es nicht aus meinem kopf ging und ich unbedingt dort mal hinwollte.

mit kurzer uebernachtung in buenos aires flogen wir am freitag bei bestem wetter den rio paraná entlang nach iguazu. beim landeanflug kamen wir dem regenwald so nahe, dass ich dachte, wir wuerden in den baeumen landen, ohne dass uns vorher bescheid gesagt wurde...

der erste eindruck neben heiss und feucht war: sattes gruen des waldes im kontrast zum rotbraun der erde. der ort selbst war klein und ueberschaubar und hatte so ein bisschen karibik-atmosphaere, nur das meer fehlte. und freie betten. am ende der welt hatten wir natuerlich vergessen, dass wir genau ostern an einem der bekanntesten touristenorte argentiniens sein werden. so benoetigten wir geschlagene vier stunden, um ein zimmer zu finden. carsten telefonierte eine liste mit dreissig hostels und hotels ab und mit jedem telefonat schrumpften unsere hoffnungen. zum glueck hatten wir ja unsere iso-matten und schlafsaecke dabei, die wir aber gott sei dank dann doch nicht brauchten, denn in einem hostel gab es doch noch ein zimmer fuer eine nacht. dass diese hostel dann auch noch einen pool hatte und wir es uns nicht verkneifen konnten, mit unserer unterwaesche baden zu gehen, sei nur am rande erwaehnt... :-)  

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so voll wie die stadt war, so voll war auch der park. aus einem oekologischen reservat hatten die argentinier eine art vergnuegungspark geschaffen, mit kleinen zuegen, zahmen tieren, teuren fressbuden, action-bootsfahrten usw. anfangs fanden wir das alles noch lustig, auch an den aussichtspunkten anzustehen, um einen platz zum fotografieren zu ergattern, irgendwann wurde es dann aber anstrengend. uebersieht man das mal, sind die iguazu-faelle wirklich sehr imposant: das wasser scheint aus dem nichts direkt zwischen den baeumen hervorzukommen und faellt viele meter gerade herunter, bevor es auf die ersten steine schlaegt. es gibt grosse tosende faelle, aehnlich den niagarafaellen und kleinere, schlankere faelle, wie man sie sich eher im regenwald vorstellt. das besondere ist, dass sie alle mehr oder weniger nebeneinander aufgereit sind, was ein wunderschoenes panorama ergibt.
tiere gab es auf grund des massenansturms leider auch nicht zu sehen - nur ein paar insekten, schneemaenner (solche bleichgesichter wie wir) und ottifanten. ich haette so gerne einen ameisenbaeren gesehen.

am abend sind wir zur brasilianischen seite gewechselt, in der hoffnung auf eine unterkunft und auch, um die faelle am naechsten morgen noch von der brasilianischen seite anzusehen. die unterkunft haben wir verhaeltnismaeessig schnell gefunden und waren zum abschluss unseres urlaubs in einer tollen churascaria essen (falls irgendjemand mal dort ist, diese lokalitaet heisst "bufalo blanco" und ist wirklich empfehlenswert). wir sind fast geplatzt, weil alles so lecker war!

heute morgen (frohe ostern!) fuhren wir wie geplant zur andern seite der iguazu-faelle und konnten dort einen wesentlich entspannteren blick auf die wasserfaelle geniessen. auf der anderen seite sah man, wie sich die argentinier schon wieder dicht an dicht reihten.

inzwischen sind wir am flughafen in sao paulo und koennen uns wirklich gar nicht vorstellen, dass wir in ein paar stunden wieder in der heimat sind. das ist doch alles ganz schoen sureal und macht uns ein bisschen wehmuetig. schon sind sie wieder vorbei unsere drei wochen urlaub, aber wir werden uns noch lange daran zurueckerinnern.
wir freuen uns schon auf unsere naechsten drei wochen (wir haben auch schon eine ziemlich genaue vorstellung), aber bis dahin ist ja noch etwas zeit.

 

 

 

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Category: Patagonia 2008 written on: 21.03.2008 - 15:05
foto-stretch with 10 images..

die busfahrt von puerto natales nach el calafate durch die pampa war mal wieder eine augenweide. endlose weiten, bei deren anblick man die gedanken schweifen lassen kann. diese unendlichkeit kann man schwer beschreiben, man muss es einfach gesehen und erlebt haben.
el calafate selbst ist ein touristenort vom feinsten: souvenierlaeden, hotels, cafès und parillas (in denen ganze laemmer ueber gluehenden holzscheiten gegrillt werden - fuer carsten das paradies auf erden) reihen sich an der hauptstrasse aneinander. die stadt ist sehr klein und alles dreht sich hier nur um eins: den perito moreno gletscher.

mit den schweizern haben wir den letzten mietwagen in der stadt ergattert und staerken uns fuer den naechsten tag in einem der besten parilla der stadt mit gegrilltem lamm, steak und anderen fleischgerichten. am naechsten morgen sollte es schliesslich schon kurz nach sechs losgehen....

die fahrt zum eine stunde entfernten gletscher war ganz schoen abenteuerlich: noch in der stadt ist uns im dunkeln voellig unerwartet eine herde wilder pferde entgegengekommen! als wir auf der landstrasse waren, fuehlte es sich an wie ein computerspiel: von allen seiten kamen sie, die hasen! etwas unvorbereitet ueberfuhren wir den ersten und bevor wir uns von dem schreck erholen konnten, sass schon der zweite auf der strasse. inzwischen sah man eine blutlache nach der anderen, es war wirklich unglaublich und wir waren froh, dass uns nichts groesseres vors auto gelaufen ist. die bilanz: ein toter hase, ein hase mit herzinfarkt, weil wir ihm beim schlafen auf der strasse aufgeschreckt haben und ein hase, der mit leichter schramme davon gekommen ist....FROHE OSTERN!

genau zum sonnenaufgang erreichten wir den gletscher und sparten uns in der fruehen stunde den eintrittspreis und den ansturm der tourbusse. in aller ruhe konnten wir den blick auf die bis zu 50m hohe gletscherkante geniessen und waehrend die aufgehende sonne die wolken orange faerbte, gab es mal wieder einen wunderschoenen regenbogen direkt ueber dem eisfeld. ab und zu krachte ein eisbrocken mit getoese ins wasser und erzeugte eine kleine flutwelle. das wurde dann von allen immer mit offenem mund und fingerzeigen kommentiert.

so nach und nach trafen die tourbusse ein und wir kauften schnell unsere tickets fuer die erste bootsfahrt. da wir noch etwas zeit hatten, machten wir ein kleines fruehstueckspicknick mit unserem mitgebrachten essen.
die bootsfahrt brachte uns ueber den cremetuerkisfarbenen see zur sonnenbeschienenen gletscherkante und wir konnten die imposante masse an eis vom nahen bewundern und natuerlich ein paar gute fotos machen.

gegen mittag machen wir uns ueber einen umweg wieder in richtung el calafate. wir fuhren mitten durch die pampa, um uns ein paar estancias mitten im nirgendwo anzusehen. innerhalb von einer halben stunde wechselten wir von der kalten welt mit schnee und eis in die welt der gauchos und schaffarmen. wilde pferde, schafe, aasgeier, die die toten hasen essen und die unendlichen weiten der pampa.

an einer estancia hielten wir an und lernten den kleinen "bubi" kennen - das wollige lockige lamm der estancia. eine mutter hatte es nicht mehr (die wurde bestimmt auch gegrillt) und so durfte carsten mit einer flasche als milchlieferant dienen... es gab auch lustige ziegen mit langen zotteln, die es sich auf der veranda bequem gemacht hatten. und pferde, ueberall pferde.

hier tickt die uhr noch ganz anders. wuerde patagonien vom rest des kontinents abfallen, wuerde es glaube keiner merken, geschweige denn, dass es hier irgendeinen unterschied machen wuerde. fuer unsereins ist es schwer zu verstehen, wie leute in dieser abgeschiedenheit leben koennen. wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass wir in ein paar stunden wieder in der "realen" welt sein wuerden.

 

 

 

 

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